Freitag, 21. September 2018

Das wird das letzte Projekt der Rhoder Stadtsanierung

Diemelstadt-Rhoden. Wie soll die Landstraße in Rhoden im städtebaulichen Denkmalschutz-Programm umgestaltet werden? Und wie wird das 4,4 Millionen Euro teure Projekt finanziert? Darum ging es in der Ortsbeiratssitzung mit 200 Bürgern in der Stadthalle.

Das Großprojekte wird in diesem Jahr geplant. Gebaut wird in den kommenden zwei bis drei Jahren.

So wird es günstiger für Anlieger

Während die Sanierung von Kanal- und Wasserleitungen in der Landstraße in Rhoden von der Allgemeinheit über Gebühren finanziert werden, stehen für den Rückbau der ehemaligen Bundesstraße und die Sanierung von Gehwegen und privaten Bereichen vor den Häusern Zuschüsse aus Förderprogrammen für den Städtebau und den Ausbau von wichtigen innerörtlichen Straßen sowie die Eigenmittel der Stadt zur Verfügung.

Für die Anlieger verblieben die ohnehin fälligen Kosten von rund 240 000 Euro für Hausanschlüsse und die Ausgleichsbeiträge von etwa 250 000 Euro, die in den Sanierungszonen unterschiedlich festgelegt werden.

Das kostet es ohne Zuschüsse

Ohne die Städtebauförderung, die in ein paar Jahren für Rhoden endet, kämen auf die Anlieger Beiträge von 1,3 Millionen Euro hinzu sowie rund 740 000 Euro für die privaten Bereiche vor den Gebäuden.

Die Investitionen in Wasser- und Kanalhauptleitungen sind nach den Worten von Bürgermeister Elmar Schröder und Susanne Engelns von der Wohnstadt in Kassel überfällig. Eine Sanierung sei schon 2006 im Rahmen des Sofortprogramms für die Kanalsanierung für dringend erforderlich angesehen worden.

Diese Risiken bestehen

Nun ist zusätzlich die Versorgung mit Löschwasser aus den verkrusteten Trinkwasserleitungen nicht mehr sichergestellt.

Daher hat die Stadtverordnetenversammlung dem Rückbau der Landstraße im Zuge der Stadtsanierung höchste Priorität zugeschrieben und die Renovierung des Rathauses zurückgestellt. Der Renovierungsbedarf für das Gebäude wird mit 1,3 Millionen Euro beziffert. Doch nun soll nur das Nötigste gemacht werden, so Schröder, etwa die Erneuerung der Fenster.

Beratung im Schloss

„Eine bessere Möglichkeit zur Umgestaltung der Landstraße gibt es für die Anlieger nicht als mit diesem Förderprogramm“, bekräftigte Engelns. Dabei werde die Gestaltung der Flächen zwischen Straße und Gebäuden „nicht von oben“ herab geplant, sondern mit jedem Eigentümer abgestimmt. Dazu ist ein Baukastensystem vorgesehen.

Für die Einzelberatungen wird im Schloss ein Büro eingerichtet. Details soll ein Planungsbüro entwerfen. Wegen der hohen Bausumme muss der Auftrag hierfür europaweit ausgeschrieben werden.

„Wir hoffen, dass die Anlieger die große Chance zur Aufwertung des Umfeldes erkennen. Für sie ist es das Beste“, erklärte Schröder und erntete dafür Applaus.

So wird abgerechnet bei der Sanierung  

"Die Rechnung kommt noch“, so titelte die WLZ in Sachen Stadtsanierung Rhoden. Damit sind die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsbeiträge gemeint, die Anlieger in einem Sanierungsgebiet zahlen müssen. Dafür werden Hoch- und Tiefbauprojekte durch Fördermittel finanziert und die Grundstückseigentümer von Anliegerbeiträgen im Zuge des Straßenbaus freigestellt.

Durch die Beseitigung von „funktionalen und gestalterischen Defiziten“, so das Ziel der Stadtsanierung, ergibt sich eine Wertsteigerung von Grundstücken im genau festgelegten Sanierungsgebiet. Durch den Gutachterausschuss des Kreises wird nun die Steigerung des Bodenwertes des Grundstücks seit dem Stichtag 22. November 2007 (Beginn der Sanierung) bis zum Abschluss bewertet, wie dazu Karl-Hermann Frese vom Amt für Bodenmanagement in Korbach erklärte.

Dahin fließen die Ausgleichsbeiträge

Bei der Bildung der Zonen werden Wohn- und Gewerbenutzung, Verkehrsanbindung, Lage und öffentliche Zweckbindung bewertet. In Streitfällen werden Einzelgutachten erstellt. Die höchsten Werte sind in der Landstraße zu erwarten.

Wichtig ist die zügige Überweisung der Beiträge, damit diese im städtischen Sanierungsgebiet für weitere Projekte verwendet werden können. Andernfalls müssen sie an das Land gezahlt werden.  

 

Quelle: https://www.wlz-online.de/waldeck/diemelstadt/wird-letzte-projekt-rhoder-stadtsanierung-9974989.html