Montag, 11. Dezember 2017

Diemelstadt plant strategisch und investiert für die Zukunft

Die beiden Kindergartenleiterinnen Sabine Königsmann (rechts) und Heidemarie Friele (links) freuen sich gemeinsam mit Bürgermeister Elmar Schröder, dass die neuen U3-Betreuungen so gut angenommen werden

In zwei großen Zukunftswerkstätten in den Jahren 2015 und 2017 haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger Gedanken darüber gemacht, wie die Zukunft in Diemelstadt aussehen könnte. Insbesondere wegen der demografischen Entwicklung mussten die Verantwortlichen vor Ort sensibilisiert werden, um frühzeitig einer schleichenden Schrumpfung entgegenwirken. Deshalb wurden in den letzten Jahren nicht nur große Investitionen der Stadt getätigt, sondern parallel ein breiter Diskussionsprozess in der Bürgerkommune angestoßen, damit möglichst viele Aktive am positiven Klima mitarbeiten.

Familienfreundliche Diemelstadt als Marke

Zunächst begann die gesamte Entwicklung im Jahr 2012 mit der Festlegung eines neuen Logos mit zwei eindeutigen Begriffen, die Diemelstadt als „wirtschaftsstark“ und „familienfreundlich“ kennzeichnen. Es wurde somit eine Marke definiert, die allerdings nur dann auf Akzeptanz stößt, wenn Worten Taten folgen und sich die Leitziele authentisch am Standort wiederfinden. So wurden fast alle Kinderspielplätze über einige Jahre komplett mit neuen Spielgeräten ausgestattet oder einzelne Elemente erneuert. Im historischen Ortskern von Rhoden wurde sogar mit der Elternschaft ein neuer Kinderspielplatz eingerichtet.  Treffen sich Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern auf dem Kinderspielplatz, kann sich in unserer schnelllebigen Zeit im Umfeld eine positive Atmosphäre entwickeln.

U3-Betreuungen mit Wohlfühlfaktor

Zeitgleich wurden in Diemelstadt für die vorhandenen Kindertagesstätten in Rhoden und Wrexen Betreuungseinrichtungen für unter 3-Jährige eingerichtet, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht wird. Hierzu wurde in Rhoden im Jahr 2014 für 300.000€ ein Neubau an den vorhandenen Gebäudebestand angebaut und mit einem zusätzlichen Spielplatz für die kleinsten versehen. In Wrexen konnten die Räumlichkeiten der alten Verwaltungsnebenstelle 2015 für 384.000€ über eine aufwendige Sanierung für die Kleinsten hergerichtet werden. In Vorbereitung auf diese beiden großen Bauvorhaben konnte die dafür eingerichtete Magistratskommission „Familienfreundliche Diemelstadt“ die Planungen vorantreiben und Ideen einbringen. Wesentliche Elemente sind die eigens von einem Holzspezialisten eingebauten Spiellandschaften, die individuell in beiden Einrichtungen für je 25.000€ angefertigt wurden. Hierzu bezog der Künstler die Erzieherinnen sowohl in die Planung als auch in die handwerklichen Arbeiten mit ein, was zu einer hohen Identifikation mit der eigenen Tageseinrichtung geführt hat. Aber auch die Schlafzonen und Waschlandschaften vermitteln den kleinen Besuchern ein Klima zum Wohlfühlen. Heute sind die Kindertagestätten Rhoden und Wrexen fast komplett mit je 90 Kindern belegt, von denen etwa ein Drittel unter 3 Jahre alt ist. Insgesamt kümmern sich fast 20 Erzieherinnen und  zahlreiche Praktikantinnen um die Kleinsten. Beiden Leiterinnen ist es wichtig, dass es viele interdisziplinäre Zusammenarbeiten mit anderen Bildungseinrichtungen gibt und das die KITAs in den Orten aktiv bei Festen, z.B. Viehmarkt oder Karneval, aktiv sind. Der Bustransfer für die Kinder aus den anderen 7 Ortsteilen wird von der Stadt finanziert. Außerdem gibt es für den Nachwuchs kostenlos eine Windeltonne, die sich zwischenzeitlich zum Erfolgsmodell entwickelt hat.

Eine hohe Lebensqualität in Zukunft gewährleisten

Zur Familienfreundlichkeit gehören allerdings auch ortsnahe Schulen und Nahversorger, sowie weitere kommunale Infrastrukturen, wie Schwimmbäder, Turnhallen und Gemeinschaftshäuser, damit junge Menschen sich für den  Standort Diemelstadt entscheiden. Die Nähe zu drei Mittelzentren und die gute Verkehrsanbindung sind weitere positive Aspekte, die junge Menschen antreibt Diemelstadt als Lebensmittelpunkt auszuwählen. Allerdings reichen die bisherigen Bemühungen mit der Investition in Infrastrukturen nicht aus, sondern es muss parallel der strategische Prozess weitergeführt werden, damit den Menschen die Qualitäten des ländlichen Umfeldes in Diemelstadt bewusst werden. Hierzu wurden bereits in den beiden großen Zukunftswerkstätten und Folgeworkshops zahlreiche Ideen entwickelt. Außerdem hat sich Diemelstadt im Rahmen der Flüchtlingssituation als Modellkommune des Landes Hessen engagiert und wird auch im Rahmen einer Studie der „Sozialen Orte“ äußerst positiv beurteilt. Maßgeblich hierfür sind das intakte Vereinsleben und ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement, so dass gelebte „Familienfreundlichkeit“ für alle Generationen die Lebensqualität verbessert.