Mittwoch, 14. November 2018

Eigene Identität und Positionierung ist für jedes Dorf erforderlich  

Eigene Identität und erfolgreiche Positionierung ist für jedes Dorf erforderlich 

Moderator Jürgen Rönsch und Bürgermeister Elmar Schröder sind mit dem bisherigen Verlauf der Veranstaltungsreihe „Dorfmoderationen“ hoch zufrieden. „Wir haben von Anfang an gut gefüllte Veranstaltungsräume und hoch motivierte Bürger, die mit uns intensiv und konstruktiv über die Zukunft diskutieren“, so Bürgermeister Elmar Schröder anlässlich der Halbzeit der Veranstaltungsreihe. Durchschnittlich kamen bei jeder Dorfmoderation zwischen 30 und 50 Vorschläge zusammen, wie der jeweilige Stadtteil lebens- und wohnenswert für die Zukunft gemacht werden kann.    

Die in allen neun Stadtteilen Diemelstadts, in der Verwaltung sowie der Schlossbergschule umgesetzten Dorfmoderationen werden auf Antrag der Stadt Diemelstadt vom Land Hessen im Rahmen der Kampagne „Land hat Zukunft“ gefördert. Idee der jeweils gut zweistündigen Gesprächs- und Austauschrunden ist es, von den Einwohnern zu erfahren, welche Maßnahmen sie für ihren Ort wünschen. Bezüglich des Ablaufs und der Vorgehensweise während der Veranstaltungen gibt es dabei feste Regeln: Es wird grundsätzlich jeder Gedanke aufgegriffen und notiert. Und nicht die Politik gibt den Ton und die Reihenfolge vor, sondern die Bürger sind die Hauptpersonen. „Es geht uns um eine umfassende Analyse der Situation im jeweiligen Stadtteil und nicht um die „schnelle Schaufel“, um Baumaßnahmen anzustoßen. Zukunftsvisionen, Bedürfnisse und Maßnahmen, die die Ortsbevölkerung oftmals selber umsetzen können, stehen im Vordergrund.“, so Schröder weiter.

Gut gefüllte Räume

Wie gut dieses Konzept bei den Bürgern ankommt, zeigt der Verlauf der bisherigen Dorfmoderationen. Kaum ein Anwesender, der sich nicht aktiv an der Diskussion beteiligt hat, kaum ein Teilnehmer, der nicht einen oder mehrere Vorschläge zur Zukunft seines Wohnortes gemacht hat. Der Münsteraner Kommunikationsberater Jürgen Rönsch zeigt sich denn auch sehr zufrieden: „Wir spüren, dass wir mit unserer Frage ‘Bürger/Bürgerinnen, was wollt Ihr?‘ absolut richtig liegen und exakt den Nerv treffen. Die Menschen wollen nicht mehr allein von oben bestimmt bekommen, was bei ihnen in der Umgebung passiert, sondern selbst aktiv werden und mitgestalten.“        

Vielfältige Vorschläge

So vielfältig wie die Menschen, die bei den Dorfmoderationen dabei sind, sind darum auch die Vorschläge, die genannt und vom Moderator Jürgen Rönsch notiert werden. Sie reichen von neuen Bauplätzen, Aktivierung der Kommunikation zwischen Jung und Alt bis hin zur Dorfzeitung oder Dorf-APP, die im Dorf verfügbar sein sollen. Aber auch Ideen wie die Gründung eines Dorf-Fördervereins, eine bessere Willkommens- und Begrüßungskultur vor Ort sind unter den Themen zu finden.
 
Die Ergebnisse aller Dorfmoderationen werden gebündelt und sollen für jedes einzelne Dorf vom Ortsbeirat, Verantwortlichen der Dörfer und der Politik in einem gemeinsamen Workshop diskutiert und aufbereitet werden. Ziel ist es für jedes einzelne Dorf, die passende individuelle Positionierung und die möglichen Maßnahmen festzulegen. Darüber hinaus fließen die übergeordneten Zielsetzungen in einen Themenpool ein, der Grundlage für die Erarbeitung der Vision „Diemelstadt 2030“ ist. Abschließend ist eine gemeinsame Veranstaltung mit der Vorstellung der Ergebnisse geplant. „Nur über eine aktive Dorfgemeinschaft, die die Umsetzung in die eigene Hand nimmt, kann die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit jedes einzelnen Dorfes gesichert werden. Nur so hat LAND wirklich ZUKUNFT. Die Stadt Diemelstadt wird diese Prozesse der Dörfer moderieren, begleiten und unterstützen.“, so Schröder abschließend.