Donnerstag, 29. Juni 2017

Verantwortliche standen über 4 Stunden Rede und Antwort 

Verantwortliche standen über 4 Stunden Rede und Antwort

Modellkommune Diemelstadt veranstaltet Informationsabend zur Flüchtlingsarbeit

Auf Wunsch mehrerer Flüchtlinge und ehrenamtlicher Betreuer fand in Diemelstadt ein Austausch über alle aktuelle Themen und Fragestellungen statt. Eingeladen waren neben allen interessierten Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern, auch die Vertreter der beteiligten Behörden sowie die Betreiber der Gemeinschaftsunterkünfte in Wrexen und Rhoden. Vom Anerkennungsverfahren bis zum Familiennachzug reichte der bunte Strauß an Fragen, die es zu klären galt.

Bereits seit dem vergangenen Jahr arbeitet Diemelstadt als Hessische Modellkommune intensiv daran, die Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Aktuell leben in Diemelstadt ca. 130 Flüchtlinge, vorrangig aus Ländern wie Syrien, Irak, Iran, Pakistan, Eritrea und Afghanistan, die in den Ortsteilen Wrexen, Wethen und Rhoden untergebracht sind. Wenngleich ein regelmäßiger Austausch und Kontakt im kleinen Rahmen durch die Asylbetreuerin des Landkreises, Frau Deutsch-Flamme, sowie die städtische Flüchtlingskoordinatorin, Frau Schmidt, gewährleistet wird, war diese Form des Dialogs etwas Besonderes. Über vier Stunden standen die Verantwortlichen von Kreis und Stadt im Kreuzfeuer der zahlreichen Fragen der Flüchtlinge. Wie Herr Emde, Leiter der Ausländerbehörde, gegen Ende des Treffens feststellte, gab es bisher seines Wissens keine vergleichbare Veranstaltung im Landkreis.

Erfreulicherweise waren ca. 65 Flüchtlinge der Einladung gefolgt, und nutzten die Gelegenheit mit Unterstützung durch zwei Dolmetscher ihre Anliegen vorzutragen. Im Anschluss daran, nahmen die hauptamtlichen Vertreter zu den einzelnen Punkten Stellung und gaben, soweit möglich, rechtliche Informationen dazu. Viele Themen konnten direkt vor Ort geklärt werden und es zeigte sich erneut, vor welchen Hürden die Flüchtlinge, Ehrenamtlichen sowie die Behörden immer wieder stehen. Allerdings musste auch angesprochen werden, dass es auch Flüchtlinge gibt, denen es an der nötigen Bereitschaft fehlt, sich auf den Integrationsprozess sowie den anspruchsvollen Spracherwerb einzulassen.

Bürgermeister Elmar Schröder nutzte die Gelegenheit, sehr deutlich darauf hinzuweisen, dass das Ankommen in einem neuen Land ohne Eigeninitiative und Motivation zwangsläufig scheitern wird. Vor allem ohne den zeitnahen Spracherwerb, werde die Integration massiv erschwert und auch eine baldige Arbeitsaufnahme, wie von vielen gewünscht, kaum zu realisieren sein. Weiter führte er aus, man sei sich seitens der Gemeinde durchaus darüber im Klaren, dass dies ein langer Prozess sei, an dem auch zukünftig gemeinsam gearbeitet werden müsse um erfolgreich zu sein.

 

Bild: Kilian Emde (Leiter Ausländeramt des Landkreises) stand neben allen Helfern den 65 Flüchtlingen über 4 Stunden Rede und Antwort