Montag, 11. Dezember 2017

BGM Schröder: "Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer sind Helden des Alltags" 

Zufrieden trafen sich die Diemelstädter Flüchtlingshelfer zum Abschlussworkshop. Bürgermeister Elmar Schröder (r.u.) bedankte sich für das große Engagement

Abschlussbericht fasst Erfahrungen im Modellprojekt zusammen

Das Modellprojekt „Flüchtlinge im ländlichen Raum“ läuft zum Ende des Jahres 2017 aus und die Staatskanzlei des Landes Hessen erstellt derzeit mit den sieben Modellkommunen den umfassenden Abschlussbericht. Von den Ergebnissen und Erfahrungen sollen andere Kommunen profitieren. Die Stadt Diemelstadt hat an dem Modellprojekt teilgenommen und zieht eine positive Bilanz.

Das Modellprojekt in Diemelstadt hatte mit der großen Zukunftswerkstatt im Januar 2017 mit zahlreichen Workshops rund um das Thema „Zuwanderung“ und vielen Projekten aus der Praxis eine ausgewogene Mischung für einen erfolgreichen Projektverlauf. „Wir haben im Verlauf des Projektes sehr viel gelernt und es hat eine enorme Entwicklung in unserem lokalen Netzwerk der ehrenamtlichen Kräfte stattgefunden. Das Thema Zuwanderung ist ein sehr komplexes Thema und 2015 wurde mit dem rasanten Anstieg des Flüchtlingsstroms nicht unterscheiden, ob die eine Gruppe der Flüchtlinge aus Krisengebieten nur einen vorübergehenden Schutz als Gäste in unserem Land bekommen sollen, oder ob die anderen Flüchtlinge als Einwanderer langfristig bei uns bleiben wollen und sich dann auch vollständig integrieren müssen“, so Bürgermeister Elmar Schröder. Nachdem die Unterbringung der damals rund 150 Flüchtlinge geregelt war, wurden umfassende Möglichkeiten zur Sprachschulung in Diemelstadt eingerichtet. Von Kursen mit ehrenamtlichen Lehrkräften über Alphabetisierungskurse bis zu den großen Integrationskursen des BAMF (600 bzw. 900 Stunden mit Prüfung) und ONLINE-Schulungssoftware reichte das Angebot die deutsche Sprache zu lernen. Die ev. Kirchengemeinde hatte mit Pfarrerin Claudia Engler an der Spitze sowohl die „Schatzkiste“ im Gemeinschaftshaus, als auch das wöchentliche „Interkulturelle Kochen“ im Grünewaldheim angeboten. Der TV Germania Rhoden konnte mit Sportcoach Monika Trilling-Rauch eine gute Verknüpfung der Flüchtlinge zu den zahlreichen Sparten des Sportvereins herstellen, so dass Sport neben der Sprache gerade am Anfang gute Integrationsansätze bot. Außerdem wurde von ehrenamtlichen Helferinnen eine Nähstube eingerichtet. Dort können sich wöchentlich Flüchtlinge und Einheimische treffen, um gemeinsam an den bereitgestellten Nähmaschinen zu nähen. Darüber hinaus gab es viele weitere Angebote, so wurden die Flüchtlinge in Diemelstadt über die Arbeit der Polizei ebenso informiert, wie die Zusammenhänge der deutschen Ausländerbehörden, des BAMF und des Jobcenters.

Über die zahlreichen Maßnahmen ist es heute bereits gelungen, dass insbesondere die Flüchtlingsfamilien sich gut integrieren und einige Männer bereits im heimischen Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten.

Während des gesamten Projektzeitraums wurde die Öffentlichkeit über die Presse optimal informiert und mit der großen Zukunftswerkstatt, der Gewerbeschau, dem Frühlingsfest der „Aktion für behinderte Menschen“, dem „Sport und Begegnungstag“ des TV Germania Rhoden wurden die Erkenntnisse und Ergebnisse des Modellprojektes in die Bevölkerung transportiert.

„Zum Jahresende 2017 bleibt festzuhalten, dass ohne das große Engagement der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer und Paten die lautlose Integration der 150 Flüchtlinge in Diemelstadt nicht möglich gewesen wäre. Viele werden uns wieder verlassen, andere werden sich integrieren und bleiben. Stolz dürfen wir darüber sein, dass wir offen und rational mit der Aufgabe umgegangen sind, keine Vorurteile übernommen und gemeinsam die Aufgabe bewältigt haben. Diemelstadt hat sich als sozialer Ort positiv gezeigt und das nun aufgebaute Netzwerk der Ehrenamtlichen wird auch in Zukunft aus dem Rathaus von einer speziell eingerichteten Stelle betreut. Ehrenamt ist in jeder Hinsicht ohne professionelle Unterstützung, die manchmal auch finanzieller Natur sein kann, nicht mehr leistbar. Daher müssen wir dem Ehrenamtlichen sehr dankbar sein und sie in ihrem Wirken unterstützen“, so Bürgermeister Elmar Schröder.