Montag, 20. August 2018

Modellkommune Diemelstadt stellt Kabinettausschuss Ergebnisse vor

Bürgermeister Schröder sieht große Herausforderungen für Wirtschaft und Kommune

Im Rahmen des Hessentages in Korbach tagte der Kabinettsausschuss „Demografie und ländlicher Raum“ unter Leitung des Chefs der hessischen Staatskanzlei Staatsminister Axel Wintermeyer. An der öffentlichen Sitzung nahmen aus jedem Ministerium die zuständigen Staatssekretäre teil. Staatsminister Axel Wintermeyer machte deutlich, dass die eine Hälfte der hessischen Bürger auf 15% der Landesfläche im Rhein-Main-Gebiet leben, während die anderen 3 Mio. Hessen sich auf den restlichen 85% der Landesfläche verteilen. Daher hatte er den Diemelstädter Bürgermeister Elmar Schröder gebeten, das Modellprojekt „Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum“ vorzustellen. In seinem umfassenden Referat stellte Elmar Schröder einen weitreichenden Gesamtprozess vor, der sich in Diemelstadt von der ersten Zukunftswerkstatt zur Demografischen Entwicklung im Frühjahr 2015 über die Flüchtlingswelle im Herbst 2015 bis heute ergeben hat. Weil dieser Prozess noch nicht abgeschlossen sei, sprach er bewusst von einem Laborbericht, der versuchsartig auch auf viele andere Kommunen zu transferieren sei. Bereits vor der Flüchtlingswelle war den Diemel-städtern klar, dass die Geburtenrate von 1967 sich im Jahr 2017 halbiert habe, was zu einem Bevölkerungsrückgang von ca. 10% bis 2035 führen wird. Dazu kommen Bildungsabwanderung und ein „war for talents“ um die verbleibenden Arbeitskräfte in der Region. Ziel war es daher, 2015 von den damals 150 Flüchtlingen 30% in Selbstständigkeit sowie eigenverantwortliche Lebensverhältnisse zu bringen, die nach dem Erwerb der deutschen Sprache dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. „Wenn wir weiterhin mit unserer starken Wirtschaft, die uns in den letzten 15 Jahren rund 26% neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse beschert hat, wettbewerbsfähig bleiben wollen, benötigen wir noch mehr tägliche Einpendler oder eine geregelte Zuwanderung, z.B. aus Spanien.“, so Bürgermeister Elmar Schröder. „Diese völlig neue Situation muss die Wirtschaft gemeinsam mit der Kommune managen, deshalb werden wir eine Kommunikationsplattform „Jobs & Leben in Diemelstadt“  entwickeln und Personalkapazitäten für Beratung der Arbeitgeber in einem Zukunftsbüro bereitstellen. Dazu hat uns unser Modellprojekt  wertvolle Erfahrungen gebracht, die auch in der Zukunftswerkstatt 2.0 mit 160 Teilnehmern vertieft wurden. Es gibt daher in ländlichen Kommunen mit starken Unternehmen eine Menge zu tun, damit in Zukunft ausreichend Arbeitskräfte den Wohlstand langfristig sichern.“, so Schröder abschließend.
 

Foto: v.r. Der Chef der hessischen Staatskanzlei Staatsminister Axel Wintermeier überreicht Bürgermeister Elmar Schröder nach der Kabinettsausschusssitzung den hessischen Löwen

Den Bericht der Staatskanzlei finden Sie hier.

Bericht als PFD-Datei