Mittwoch, 20. Februar 2019

Ergebnisse der Dorfmoderation in Hofgeismar vorgestellt

Ergebnisse der Dorfmoderationen vorgestellt: so geht es weiter
Workshop zur Zukunftswerkstatt 3.0 in Hofgeismar     

Diemelstadt, 28.01.2019 – Welche Wünsche und Erwartungen haben die Bürger bei den 11 Dorfmoderationen geäußert? Welche Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken wurden bei der erfolgreichen Veranstaltungsreihe im Oktober 2018 benannt? Was geschieht nun mit den Ergebnissen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Workshops, zu dem am vergangenen Wochenende rund 20 Vertreter aus den Diemelstädter Ortsteilen, der Verwaltung, Kirche sowie den Fraktionen in der Evangelischen Tagungsstätte Hofgeismar zusammenkamen.

Bürgermeister Elmar Schröder, der mit Moderator Jürgen Rönsch die Runde leitete, beantwortete gleich zu Beginn des Workshops die Frage, warum trotz vorheriger Ankündigung bislang keine Ergebnisse der Dorfmoderationen öffentlich vorgestellt wurden. „Die gute Mitwirkung der Bürger und die große Zahl der Vorschläge hat uns alle begeistert, aber auch herausgefordert. Über 500 Bürgerinnen und Bürger nahmen an den Dorfmoderationen teil.“, berichtete Schröder. „In jedem Ort kamen mindestens 50 Vorschläge zusammen, die Karten, auf denen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken genannt wurden, summierten sich auf weit über 1000“. Folge des gewaltigen Bürger-Engagements: Die Auswertung der Ergebnisse dauerte deutlich länger als zunächst geplant. Erst Anfang Januar wurde die Dokumentation komplett abgeschlossen und der 106-seitige Bericht final erstellt.
 
Ergebnisse vorgestellt

Jürgen Rönsch, der die Dorfmoderationen im Oktober leitete, gab in seiner 90-minütigen Präsentation den Workshop-Teilnehmern einen mit Bildern unterlegten Rückblick auf die erfolgreiche Veranstaltungsreihe und stellte die wichtigsten Ergebnisse vor. Er machte dabei deutlich, dass jeder Ortsteil in den Dorfmoderationen andere Schwerpunkte setzte und die Bandbreite der Wünsche und Erwartungen von mehr Bauplätzen, über 30 Kilometer-Zonen bis hin zur ärztlichen Versorgung reichte. Wichtig waren für die Befragten laut Rönsch aber auch die verbesserte Information der Bürger mittels einer Dorf-App oder einer Zeitung, die innerörtliche Mobilität und die Einrichtung von Jugendräumen. „Wie nicht anders zu erwarten“, so Rönsch, „stand die Verbesserung der Internet-Abdeckung und der Mobilkommunikation zudem ganz weit oben auf der Wunschliste“. Wie der aus Münster stammende Kommunikationsfachmann weiterhin ausführte, sei das Format grundsätzlich sehr gut bei den Bürgern angekommen. „Jede Veranstaltung im Rahmen der Dorfmoderation“, so Rönsch, „wurde mit Noten zwischen 1,5 und 2,5 bewertet“.   

Nächste Schritte

Bürgermeister Schröder und Moderator Rönsch informierten die Workshop-Teilnehmer, die zum Teil im nagelneuen Diemelstädter Bürgerbus angereist waren, anschließend über das weitere Vorgehen. „Anders als zunächst geplant“, so der Diemelstädter Bürgermeister, „werden wir die Einzelergebnisse pro Ort nicht über die Presse oder eine gesonderte Veranstaltung bekannt geben, sondern jeder Ortsvorsteher hat die Aufgabe, in der nächsten Ortsbeiratssitzung den Ortsbeiratsmitgliedern zunächst die Details vorzustellen und mit ihnen darüber zu diskutieren“. Als Vorbereitung darauf erhielt jeder Ortsvorsteher in Hofgeismar umfangreiche Informationsmaterialien, zum Bespiel die Dokumentation der Dorfmoderationen, die vorgestellten Folien sowie eine Auflistung der genannten Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Ort. Zudem bekamen die Verantwortlichen die Aufgabe, eine Präsentation zu erarbeiten, in der die Wünsche und Ergebnisse der Bürger aufgegriffen und mit kommenden Aktivitäten und Planungen verknüpft werden. Schröder: „Jeder Bürger, der aktiv in den Projekten mitarbeiten möchte, ist nun eingeladen, sich bei seinem Ortsvorsteher (Dorfkoordinator) zu melden. Eine umfassende Information in jedem Ort an alle Bürger ist anschließend geplant.“

Dorf – und Projektkoordinatoren verfolgen Themen

Ein wichtiger Bestandteil des Workshops in Hofgeismar war die Vorstellung und Ernennung von so genannten Dorf- und Projektkoordinatoren. Wie die Workshopleiter den motivierten Teilnehmern erläuterten, würden mit den Begriffen „engagierte Männer und Frauen aus ganz Diemelstadt bezeichnet, die die in den Dorfmoderationen geäußerten Wünsche und Erwartungen der Bürger aufgreifen, dafür sorgen, dass diese zu Projekten werden und helfen, die Projekte zu nachhaltigen Ergebnissen führen“. Dorfkoordinatoren, so die Konzeption, stehen dabei für alle die Projekte, die ausschließlich einen bestimmten Ortsteil betreffen, Projektkoordinatoren dagegen für Projekte und Themen, die ortsteilübergreifend, also zum Beispiel der Bürgerbus relevant wären. Rönsch: „Dorf- und Projektkoordinatoren stehen im engen Austausch untereinander, stellen sich gegenseitig Ergebnisse und Planungen vor und unterstützen sich bei der Umsetzung der Projekte. “Was dabei ganz wichtig sei: Um die Projekte vorwärtszubringen, suchen sich die Dorf- und Projektkoordinatoren Unterstützer, die ihnen bei der Erreichung der Ziele helfen. Die Zahl und die dafür notwendigen Erfahrungen bestimmten die Koordinatoren komplett selbst. Im nächsten Workshop zur Zukunftswerkstatt 3.0, der für Ende März terminiert ist, sollen die Dorf- und Projektkoordinatoren dann über ihre Erfahrungen und Fortschritte berichten. Bei dieser Veranstaltung können und sollten dann auch Unterstützer eines Projekts teilnehmen.  

Foto: Die Steuerungsgruppe der Zukunftswerkstatt 3.0 beim Workshop in Hofgeismar

Dokumentation Dorfmoderation